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Olympus PEN E-P1

Digitalkamera Test
Olympus PEN E-P1
Seite 14

Videofunktionen

  • Motion JPEG für Videoaufnahmen
  • Blende, Fokus, Belichtung und Weißabgleich können manuell eingestellt werden, ISO und Verschlusszeit nicht
  • Kamera hat eine Live Autofokus Funktion, aber sie ist eine Belastung und funktioniert auch nicht sehr gut.
  • Bietet viele Bildmodi und Kunstfilter um die Videos zu verschönern
  • Eingebautes Mikrofon ist das einzige Audiofeature der Kamera
  • Die kompakteste und leichteste videofähige DSLR
Umfassende Videotests und Analysen zur Verfügung gestellt von Andrea Soares

Video: Komprimierung (6,00)


Videoaufnahmen komprimiert die E-P1 mit Motion JPEG (MJPEG). Das gleiche System benutzt Nikon in der D5000 und der D90. In der Panasonic GH1 ist es auch eine Möglichkeit, neben den AVCHD-Aufnahmen. Als Komprimierungscodec ist MJPEG für Videos ein bisschen veraltet, hat aber seine Vorteile. Die Dateien sind mit fast allen Media Playern oder Bearbeitungsprogrammen kompatibel. Und das Abspielen von MJPEGs ist für einen Computer leichter durchzuführen als AVCHD-Dateien (was die meisten HD Camcorder benutzen).

Die E-P1 nimmt die Videos mit einer Auflösung von 1280 x 720 und als Standarddefinition mit 640 x 480. 1280 x 720 ist zwar technisch gesehen High Definition, aber es ist nicht Full HD, was mit 1920 x 1080 Auflösungen definiert wird. Die Canon 5D Mark II, Panasonic GH1 und Canon 500D bieten zumindest eine Art von Full HD an. Die Nikon D5000, wie auch die Olympus E-P1 nicht.

Die Aufnahmen der E-P1 sind auf ein Dateilimit von 2GB eingeschränkt. Das bedeutet, kein Video kann größer als 2 GB sein. Für kontinuierliche Aufnahmen kann das ein Problem sein. 2 GB reichen für etwa 10 Minuten Film mit der E-P1. Die Länge der 2GB kann aber, je nachdem was gefilmt wird, variieren.

Format Auflösung Codec
HD Video1280 x 720Motion JPEG
SD Video640 x 480Motion JPEG


Belichtungseinstellungen
-3 bis +3 in 1/3, 1/2, oder 1 EV

Blendeneinstellungen
f/3.5, f/4.0, f/4.5, f/5, f/5.6, f/6.3, f/7.1, f/8, f/9, f/10, f/11, f/13, f/14, f/16, f/18, f/20, f/22
Verschlusszeiten
Kein
Weißabgleichseinstellungen
Auto, Sonnig, Schattig, Bewölkt, Kunstlicht, Fluoreszenz 1, Fluoreszenz 2, Fluoreszenz 3, Blitz, Manuell, Kelvin Einstellung
Lichtverstärker-Einstellungen
Kein
Video: Manuelle Bedienung (4,25)

Die E-P1 bietet nicht die Menge an manueller Bedienung wie manch andere videofähige DSLR. Im Videomodus können nur Belichtung, Blende und Weißabgleich direkt eingestellt werden. Es gibt auch Bildmodi und Kunstfilter die im Videomodus ebenfalls benutzt werden können, auf die wir auch schon in unserem Abschnitt Video: Farben & Bildrauschen eingegangen sind. Da heißt, es gibt keine Möglichkeit Verschlusszeit oder ISO im Videomodus manuell einzustellen.

Automatikbetrieb
Die Motivprogramme der Kamera sind im Videomodus nicht verfügbar, aber es gibt ein paar Funktionen, die erwähnt werden sollten. Die wichtigste ist der kontinuierliche Autofokus der E-P1, etwas was vielen Videospiegelreflex fehlt. Mit dem kontinuierlichen Autofokus stellt die Kamera auch während der Videoaufnahme scharf. Es muss weder ein Knopf gedrückt noch das Objektiv gedreht werden um wieder scharf zu stellen. Die Kamera macht das ganz von selbst (wie ein herkömmlicher Camcorder).


Das Problem ist, dass dieser Mechanismus laut ist und auch nicht sehr gleichmäßig. Der interne Motor des Fokus kann immer gehört werden. Es ist nicht ganz so gut wie der kontinuierliche Autofokus der Panasonic GH1 (die einzige Kamera die diese Funktion ebenfalls bietet), und kommt nicht annähernd an die der herkömmlichen Camcorder heran. Trotzdem ist es ein extrem nützliches Feature für alle Videoaufnahmegeräte.

Die Bildstabilisation der E-P1 kann auch im Videomodus benutzt werden, allerdings eingeschränkt auf die I.S.1 Einstellung (auch wenn I.S.1 oder I.S.3 eingestellt werden).

Zoom: Bedienung und Faktor
Das Kit der E-P1 beinhaltet ein M. Zuiko Digital ED 14-42mm Objektiv mit einem 3-fachen optischen Zoom. Der Zoom wird mit dem inneren Objektivring eingestellt. Für mehr Zoom kann natürlich auch ein anderes Objektiv angebracht werden.

Fokus
Wie bereits erwähnt, bietet die E-P1 einen kontinuierlichen Autofokus im Videomodus. Die Kamera kann natürlich auch auf manuelle Scharfstellung gestellt werden (die mit dem Objektivring eingestellt wird) oder auf einen Single Push Fokus. Um mit einem Druck zu fokussieren muss nur der Auslöser halb heruntergedrückt werden – genauso wie es für die Fotoaufnahmen funktioniert.


Belichtung, Blende und Verschlusszeit
Belichtung und Blende können manuell eingestellt werden, aber nicht während der Videoaufnahme. Die Belichtung kann in jedem Aufnahmemodus eingestellt werden, während die Blende nur in der (aperture priority) Zeitpriorität manuell eingestellt werden kann. Es ist gut, dass Olympus die Einstellung der Blende anbietet, da es für Videoaufnahmen die vielleicht nützlichste Funktion ist. Schließlich kann damit auch die Tiefenschärfe kontrolliert werden. Die Blendeneinstellungen mit dem Kit-Objektiv der E-P1 reicht von f/3,5 bis f/22. Die Belichtung kann von -3 bis +3 in 1/3, 1/2 oder 1 EV Schritten eingestellt werden.


Verschlusszeit kann mit der E-P1 nicht manuell eingestellt werden. Da sind ein paar Kunstfilter, mit denen die Verschlusszeit verändert wird und die Effekte wie langsamen Blendenverschluss usw. verursachen. Aber manuell kann die Verschlusszeit für Videos nicht eingestellt werden.

ISO und Andere Funktionen
Auch ISO kann im Videomodus nicht manuell eingestellt werden. Es gibt aber einige Bildmodi, mit denen die Farben eingestellt werden können. Auf dieser Seite sind ein paar Beispielbilder, mit allen verfügbaren Bildmodi aufgenommen: Natural, Vivid, Muted und Portrait. Die Bildmodi können auch weiter auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden, indem Farbton, Schärfe, Sättigung usw. eingestellt wird.


Kunstfilter der Olympus E-P1
Pop Art Pale & Light
Color


Soft Focus Light Tone Grainy Film Pin Hole

Zusätzlich zu den Bildmodi bietet die Kamera eine Reihe von Effektfiltern, die auch im Videomodus benutzt werden können. Diese Kunstfilter verändern nicht nur die Farbe, sondern auch die Verschlusszeit und die Schärfe um die gewollten Effekte zu erzielen. Verfügbar sind Pop Art, Weiches Licht, Soft Fokus, Blasse Farben, Monochrom Film und Lochkamera. Soft Fokus und Monochrom Film scheinen die Verschlusszeit auf etwa 1/4 zu reduzieren, bei Lochkamera sogar mehr (auf ca. 1/2 oder sogar eine Sekunde).

Der Weißabgleich kann ebenfalls manuell eingestellt werden, aber der Prozess ist nicht selbsterklärend. Zuerst muss der manuelle Weißabgleich im  Menü gefunden werden, dann den Funktionsknopf drücken und gleichzeitig Foto schießen, während die Kamera auf ein weißes oder graues Motiv gerichtet ist. Mit diesem Bild wird dann der Weißabgleich der Kamera kalibriert. Die Kamera hat auch einige voreingestellte Weißabgleichseinstellungen, die ebenfalls im Videomodus zur Verfügung stehen.

Während der Videoaufnahme können auch Fotos geschossen werden, aber das nur in der gerade benutzten Auflösung. Der Rauschfilter der E-P1 hat das Bildrauschen im Videomodus ganz gut reduziert. Mögliche Einstellungen sind: Niedrig, Standard und Hoch. Merkwürdig ist, dass die Rauschreduzierung der E-P1 überhaupt nichts bewirkt hat.

Audiofunktionen (2,25)


Die E-P1 hat ein eingebautes Stereomikrofon, das auf der Vorderseite, gleich über dem Objektiv angebracht ist. Obwohl das nicht unbedingt viele ist, was Audiofunktionen angeht, ist das doch mehr als so manch andere videofähige Spiegelreflexkamera bietet. Die Nikon D5000 und die Canon 500D können mit ihren eingebauten Mikros nur Monoaudio aufnehmen. Die E-P1 hat nur eine Audiofunktion: Das Mikro kann an- und ausgeschaltet werden.

Die zwei kleinen Pünktchen neben dem Logo?
Genau: Das Mikrofon

Das eingebaute Mikrofon der E-P1 kann schwer zu finden sein, wenn man nicht weiß wo es ist. Das Mikro, das sind die zwei kleinen Löcher auf beiden Seiten des Logos über dem Objektiv. Diese Platzierung ist eigentlich ziemlich gut: Das Mikro kann nicht mit den Fingern verdeckt werden und ist auch nicht so nahe an den Tasten und Knöpfen der Kamera. Trotzdem wird das Mikro, wie bei fast jeder DSLR, die Geräuschen der maschinellen Funktionen mit aufnehmen, keine Frage. Wer also wirklich guten Sound mit der Kamera aufnehmen will, sollte unbedingt ein separat erhältliches Audioaufnahmegerät benutzen.

  Olympus E-P1 Panasonic GH1 Nikon D5000 Canon 500D
Mini (1/8") Nein Ja, 2,5 mm Nein Nein
Kopfhörer Nein Nein Nein Nein
Lautstärkeregler Nein Nein Nein Nein
Zubehörschuh Ja Ja Ja Ja
Mikrofon Hi/Low Nein Nein Nein Nein
Stereo/MonoStereoStereoMonoMono
Windgeräuschreduzierung Nein Ja Nein Nein

Video: Handling (6,50)


Normalerweise sind DSLR nicht die besten Geräte für Videoaufnahmen. Sie sind schwerer und viel klobiger als herkömmliche Consumer Camcorder, und das Design ist oft nicht geeignet für langes in der Hand halten. Die E-P1 dagegen wiegt in das gleiche wie ein High-End HD Camcorder und das Gehäuse ist so kompakt, dass die Kamera sogar mit einer Hand bedient werden kann. Bisher ist das also die tragbarste videofähige DSLR die uns in die Hände gekommen ist.

Aber, obwohl die E-P1 sehr kompakt ist, passt sie noch lange nicht in eine Tasche. Sie ist besser in kleinen Kamerataschen aufgehoben als in Hosentaschen. Die E-P1 wiegt, mit voller Ausrüstung (Objektiv und Akku), 531 g. Zum Vergleich: Die Sony HDR-XR520, einer der größeren Consumer Camcorder, wiegt 590 g. Das heißt, die E-P1 ist in der gleichen Gewichtsklasse wie viele High-End Camcorder.

Die E-P1 ist viel kompakter als viele andere
videofähige DSLR

Gewicht und Größe sind aber nur zwei Aspekte, die wir in dieser Kategorie berücksichtigen. Das Fehlen eines Suchers mag für viele Videografen ein Grund sein, die Kamera nicht in die engere Wahl zu nehmen (vor allem für diejenigen die sich nicht nur auf ein glänzendes LCDs verlassen wollen). Auch dass das LCD unbeweglich macht das Aufnehmen von Videos mühevoller. Wenn die Kamera auf ein Stativ festgemacht wird, muss der Nutzer sich entweder hinknien oder den Hals verrenken um das Motiv perfekt einzufangen. Das gleiche gilt, wenn die Aufnahme aus einem besonderen Winkel heraus gemacht werden soll. Die Nikon D5000 und die Panasonic GH1 haben beide ein schwenkbares LCD.

Das unbewegliche LCD ist nicht gut für
Videoaufnahmen

Alle, die an die klobigen DSLR Kameras gewöhnt sind werden sich über die E-P1 freuen, sie liegt sehr gut in der Hand. Das Gehäuse ist stabil und dauerhaft, und – wie vorhin schon erwähnt – die E-P1 lässt sich mit einer Hand bedienen. Uns gefiel auch der fest zugeordnete Videomodus, was vieles einfacher macht. Mit manchen Kameras können Videos in jedem Modus aufgenommen werden. Das macht das Ganze zwar vielseitiger aber auch komplizierter.









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