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Nikon D5000

Digitalkamera Test
Nikon D5000
Seite 14

Videofunktionen

MJPEG ist veraltet und nicht effizient, ist aber kompatibel mit den meisten Programmen
• Manuelle Bedienung ist limitiert – nur Belichtung und Blende können direkt angepasst werden
• Internes Mikro nimmt viele ungewollte Geräusche auf – von reibenden Fingern über das Zoomobjektiv bis hin zum Klickgeräusch der Knöpfen

Umfassende Videotests und Analysen zur Verfügung gestellt von Andrea Soares

Video: Komprimierung (6,00)


Videos nimmt die D5000 im Motion JPEG Codec auf. Während Consumer HD-Camcorder AVCHD oder eine andere Form der MPEG-4 Komprimierung benutzen, findet man den Motion JPEG meistens in videofähigen digitalen Fotoapparaten. M-JPEG ist ein bisschen veraltet und nicht annähernd so leistungsfähig wie z.B. AVCHD. Nachdem es aber ein älterer Codec ist, sollte es mit den meisten Programmen kompatibel sein. Außerdem lässt sich das Format viel leichter bearbeiten als AVCHD, die eine Belastung für ältere Computer sein können. Die Videos der D5000 werden als AVI-Dateien gespeichert.

Zum Vergleich: Die Canon 500D benutzt ein MPEG-4/H.264 Komprimierungssystem und die Filme werden als MOV-Dateien gespeichert, genauso wie die Sanyo VPC-HD2000. Die Canon HF S100 nutzt, wie die meisten HD-Camcorder, AVCHD.

Die maximale Größe eines Videos beträgt 2 GB, also grob 5 Minuten Video in der besten Qualitätseinstellung (1280 x 720). Sobald ein Video 2 GB erreicht stoppt die Kamera die Aufnahme automatisch. Natürlich kann weiterhin aufgenommen werden, wenn der Auslöser wieder gedrückt wird.  

Format Auflösung Codec
24p16:9 - 1280 x 720M-JPEG
24p3:2 - 640 x 424, 320 x 216M-JPEG


Belichtungseinstellungen
17 Stufen (+/- 3 in 1/3 Schritten)
Blendeneinstellungen
Vorhanden (kann aber während der Aufnahme nicht eingestellt werden)
Verschlusszeiten
Nicht vorhanden
Weißabgleichseinstellungen
Automatisch, Manuell, 12 Voreinstellungen
Lichtverstärker-Einstellungen
Nicht vorhanden
Video: Manuelle Bedienung (3,75)


Das wichtigste, was man über die Nikon D5000 wissen sollte ist, dass die Kamera keinen Autofokus während Videoaufnahmen hat. Der Autofokus funktioniert vor der Aufnahme (Auslöser halb durchdrücken, wie bei Fotoaufnahmen), aber sobald mit der Aufnahme begonnen wurde muss alles manuell scharf gestellt werden. Die Canon 500D bietet zwar die Möglichkeit des Autofokus während der Videoaufnahmen, es ist aber nicht gut umgesetzt. Wenn während der Aufnahme der Autofokus betätigt wird, bewegt sich das Objektiv und die Belichtung wird verändert – ganz wie beim fotografieren.

Die D5000 hat keinen eigenen Videomodus. Gefilmt werden kann in jedem Aufnahmemodus. Das bedeutet, dass alle Motivprogramme und Wahlradeinstellungen auch für Videos benutzt werden können. Um Video aufzunehmen muss die Kamera im Livebild-Modus sein, das den LCD anstellt. Leider zeigt der LCD aber, bis nach Aufnahmebeginn, das 16:9 Bildformat nicht an, erst nach Drücken des Auslösers erscheinen zwei graue Balken über und unter dem Bild. Für Aufnahmen mit 1280 x 720 ist das ein Problem, da vor Einfassung des Motivs schon mit dem Videodreh begonnen werden muss.



Automatikbetrieb
Wie oben erwähnt, funktioniert der Autofokus der D5000 nicht während des Videodrehs. Die automatische Belichtung dagegen schon, wenn auch nicht sehr gut. Das System scheint die Belichtung abgehackt und in Stufen einzustellen, statt eines gleichmäßigen Übergangs. Auch während des manuellen Betriebs ist die automatische Belichtung eingeschaltet, die einzige Möglichkeit sie auszuschalten ist durch Drücken der AE-L/AF-L-Taste (Belichtungsspeicher). Merkwürdig ist auch, dass die Nikon im Videomodus immer die Matrixmessung benutzt, auch wenn ein anderes Messverfahren eingestellt wurde.


Die manuelle Videobedienung der D5000 ist, wie schon bei der D90 zuvor, verwirrend. Die Einstellung über das Wahlrad ist einfach, aber spezielle Einstellungen wie Belichtung oder Blende ist schwierig und unklar. Im Livebild-Modus können alle Einstellungen der D5000 angepasst werden, aber nur wenige dieser Einstellungen haben auch einen Einfluss auf die Videoaufnahmen. Dieses System von Versuch und Irrtum setzt voraus, dass der Nutzer sich länger mit der Kamera auseinandersetzt, bevor er alle Tücken des Videomodus vollkommen versteht.

Zoom: Bedienung und Faktor
Der Zoomfaktor der Nikon D5000 hängt vollkommen ab vom Objektiv. Das Kit-Objektiv (AF-S DX Nikkor 18-55 mm) hat einen 3-fachen Zoom, der mit dem mittleren Objektivring angepasst wird. Für die D5000 sind noch viele andere Objektive verfügbar, und jedes einzelne hat einen anderen Zoomfaktor als das Kit-Objektiv. Was den manuellen Fokus angeht, der kann auch während des Videodrehs bedient werden.


Fokus
Der manuelle Fokus ist relativ simpel: Er wird allein mit dem Objektivring eingestellt. Jeder, der schon einmal eine DSLR in der Hand hatte, hat dieses System schon benutzt und für Video ist es das gleiche. Dabei muss man im Hinterkopf behalten, dass es keinen Autofokus im Videomodus gibt. Die einzige Möglichkeit die Aufnahmen scharf zu stellen ist also der Objektivring. 

Belichtung, Blende und Verschlusszeit
Wenn wir über die schwierige manuelle Bedienung der Nikon D5000 schreiben, meinen wir vor allem die Belichtungs- und Blendeneinstellung für Videoaufnahmen. Die Belichtung kann in der Blenden-, Zeit- oder Programmautomatik eingestellt werden, reicht von +3 bis -3 und wird in 1/3-Schritten angepasst. Die Sache ist, dass die Kamera die Belichtung weiterhin automatisch einstellt, wenn sich die Lichtverhältnisse während der Aufnahme ändern. Die Belichtungsmessung muss gespeichert werden, durch Drücken der AE-L/AF-L-Taste (Belichtungsspeicher), wenn eine bestimmte Einstellung beibehalten werden soll.


Die direkte Bedienung der Blende ist noch komplizierter. Die Kamera lässt es zwar zu, aber man muss Live View beenden und wieder einschalten, bevor die Änderungen durchgeführt werden. Deswegen kann die Blende auch nicht während der Aufnahme eingestellt werden.

Das Einstellen der Verschlusszeit hat keine Auswirkungen im Videomodus. Verwirrend ist, dass es aussieht als würde die Verschlusszeit geändert werden (die Zahlen ändern sich). Dabei gibt es aber nichts, das anzeigt, die Verschlusszeiteinstellung nicht mit dem Videomodus kompatibel ist.

ISO und Andere Funktionen
Alle Voreinstellungen für den Weißabgleich sind auch im Videomodus der D5000 verfügbar. Das gleiche gilt für die voreingestellten und benutzerdefinierten Bildeinstellungen. ISO hat keine Auswirkungen auf die Videoaufnahmen, aber, wie bei der Verschlusszeiteinstellung, scheint die Kamera die Einstellung im Videomodus vorzunehmen.


Audiofunktionen (0.25)


Die Audiofunktionen der D5000 sind sehr eingeschränkt. Die Kamera nimmt mit den Videos zwar auch Ton auf. Das integrierte Mikrofon nimmt aber nur Mono auf und die Platzierung auf der Vorderseite der Kamera bringt auch einige Probleme mit sich. Das Mikro nimmt viele ungewollte Geräusche mit auf (vom Zoomobjektiv bis hin zu Tastengeräuschen). Es gibt auch keine Möglichkeit ein externes Mikrofon anzuschließen. Die D5000 bietet also keine qualitativ hochwertige Tonaufnahme, also können die auch gerne links liegen gelassen werden.

Das kleine Mikrofon ist auf der Vorderseite
der D5000 angebracht


Video: Handling (4,50)


Die D5000 ist eine herkömmliche Spiegelreflexkamera, und sieht auch so aus. Das bedeutet aber auch, sie ist nicht gerade gut für Videoaufnahmen geeignet. Das Gehäuse ist klobig und schwer, so dass zwei Hände zum Halten benötigt werden. Die zweite Hand wird aber auch für das Zoomen und die Fokussierung während den Aufnahmen benötigt. Es ist eine ganz andere Nutzungserfahrung als ein herkömmlicher Camcorder. Es gibt keine Handschlaufe, und die Tasten der D5000 sind nicht sehr praktisch angebracht, vor allem für Videoaufnahmen. Die beste Lösung (und gemütlichste) ist die Nikon auf ein Stativ zu montieren um mit ihr Videos aufzunehmen.

Einen großen Vorteil gegenüber anderen videofähigen DSLR hat die Nikon D5000 jedoch: Der LCD-Bildschirm. Für Videoaufnahmen muss dieser angeschaltet sein und er kann nach unten gekippt und von der Kamera weg gedreht werden. Diese einfache Funktion wirkt Wunder, wenn es darum geht, die Vielseitigkeit der Kamera für Videoaufnahmen zu erweitern. Wäre der LCD nicht beweglich, ist es unmöglich aus verschiedenen Winkeln oder bei grellem Licht zu filmen.Außerdem macht der schwenkbare Bildschirm einfacher das Aufnehmen mit auf einem Stativ montierter Kamera einfacher: Er kann einfach nach außen und oben gedreht werden, so dass der Fotograf sich nicht hin knien muss um das Motiv einzufassen. Da der LCD sich senkrecht drehen lässt, nicht waagrecht wie bei herkömmlichen Camcordern, ist er auch nicht ganz so praktisch – aber besser als nichts.

Anders als die meisten Camcorder, muss die
D5000 mit beiden Händen gehalten werden


Die Bedienung der Videofunktion an der D5000 ist schlecht umgesetzt, unvorhersehbar und verwirrend, sogar für erfahrene Nutzer. Die Kamera bietet eine Reihe von manuellen Bedienteilen im Videomodus, es ist aber oft unklar, welche Funktionen vorhanden sind und vor allem auch einen Effekt auf die Aufnahmen haben. Videos können in allen Aufnahmemodi gedreht werden (Motivprogramm-Modus, Programmautomatik und manueller Modus). Ein großer Unterschied zur Canon 500D, die einen fest zugewiesenen Videomodus hat. In unserem Abschnitt "Video: Manuelle Bedienung" gibt es mehr Informationen.  

Ohne Handschlaufe ist die D5000 schwieriger zu

handhaben als herkömmliche Camcorder


Wer vorhat, viel mit der Nikon D5000 zu filmen, sollte auch darauf achten, dass die Kamera leicht überhitzt. Laut Nikon kann sich die D5000 automatisch ausschalten, sollte der Livebild-Modus für eine längere Zeit eingeschaltet sein. Passiert das, muss die Live View für einige Minuten ausgeschaltet werden,  bevor ein neues Video aufgenommen werden kann.



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