
Erste Einschätzungen
Das Nikon 1-System ist bereits in der dritten Generation, und das innerhalb eines Jahres und vier Monaten seit der Einführung im September 2011. Die ersten J1 und V1 waren sich so ähnlich, dass potentielle Käufer Schwierigkeiten hatten sie auseinanderzuhalten, die kürzlich angekündigten J3 und V2 sind in dieser Hinsicht viel besser. Das bedeutet, es wieder Zeit für Nikon uns durcheinanderzubringen: Auftritt Nikon 1 S1.
Die S1 ist das neue Einsteigermodell und sieht, auf den ersten Blick aus, wie eine kleinere Version der J1. Der auffälligste Designunterschied ist das Fehlen eines eigentlichen Moduswahlrads aber außer diesem Versäumnis bietet die Nikon 1 S1 alles was man braucht. Mit einem 10,1 Megapixel CX-Sensor, einem Hybrid-Autofokussystem und Serienaufnahmen (mit kontinuierlichem Autofokus) von bis zu 25 Bildern pro Sekunde, ist die S1 kein Leichtgewicht. Das alles Plus ein 11-27,5 mm Kit-Objektiv für nur 519 Euro ist ziemlich gut, und ein echtes Verkaufsargument für das 1 System – vor allem in einem übersättigten Markt.
Design & Bedienbarkeit
Ein einfaches, elegantes Design, das niemanden einschüchtert.
Die S1 sieht aus wie die Nikon 1 J-Modelle – bis auf das fehlende Moduswahlrad. Mit dem glatten Kunststoff, minimalistischen Design und nur einem einzigen Einstellrad ist sie ein echtes Einsteigermodell. Mit dem von Ashton Kutcher für gut befundenen Look wird die Kamera vielen zusagen, auch wenn ihr die Kontrolle und Handhabung, die Hobbyfotografen suchen fehlt.
Mehr als alle anderen 1-er Kameras soll die S1 direkt jede Ansprechen, die etwas mehr als eine kleine Kompaktkamera wollen. Design, Bedienoberlache und Kontrollschema sind einfach, und Anfänger sollten kein Problem haben, mit der Kamera prompt umzugehen. Am Gehäuse sind nur ein paar Steuerungsmöglichkeiten, hinten ist eine Auswahltaste/Wahlrad und Tasten für die Wiedergabe, Menüzugriff und Löschen. Das Wahlrad ist leicht zu bedienen und dient auch als Vierwege-Steuerkreuz, mit dem man Belichtung, Blitz, Betriebsart und “F” kontextabhängige Taste einstellen kann.
Das Menüsystem kennen wir aus älteren Modellen der 1-er Serie, das ursprüngliche Menü war aber in sechs Kategorien organisiert (ähnlich wie die Menüs der Sony NEX Kameras). Von hier aus kann man schnell auf Untermenüs für Aufnahme, Wiedergabe, Aufnahmeeinstellungen, Bildverarbeitung und Grundeinstellungen zugreifen. Die auf Software basierende Inkrementalmethode bietet Kreativmodi und die volle Auswahl an Programmautomatik, Zeit- und Blendenpriorität sowie manuelle Belichtungsmodi.
Fotogalerie














Eigenschaften
Die Nikon 1 S1 soll schnell, nicht angenehm, sein.
Die 1-er Serie von Nikon soll eine einfache und leichte Einführung in die Welt der Wechselobjektivkameras sein. Trotz des einfachen Designs ist die 1-er Serie auch ziemlich schnell. Die Nikon 1 S1 ist der Einstieg in die DSLM-Welt sein, hinkt aber nicht hinter dem Rest der Serien her, was die Features angeht.
Die S1 kann bemerkenswerte 15 Bilder pro Sekunde fortlaufend aufnehmen, mit kontinuierlichem Autofokus und einer max. Verschlusszeit von 1/16000-stel einer Sekunde. Das ist weit mehr als selbst eine ausgewachsene DSLR schafft; die S1 nutzt den Hybridautofokus offensichtlich voll aus.
Natürlich behalten wir uns ein endgültiges Urteil für unsere Testreihe auf, aber frühere 1-er Modelle konnten schnelle Bewegungen mit Leichtigkeit verfolgen und wir glauben, die S1 wird eine sehr gute Wahl für Amateur-Sport- und Action-Fotografen sein. Wer auf Zonenfokus steht, kann auch ein voll aufgelöstes Video mit bis zu 60 fps aufnehmen, wenn der Autofokus ausgeschaltet wird. Videos mit weniger Auflösung können auch mit den 400 und 1200 Fps-Modi für extreme Zeitlupenaufnahmen aufgenommen werden.
Wie die meisten Einsteigerkameras ist die S1 mit “kreativen” Aufnahmemodi bis zum Hals vollgestopft. Der einzigartige “Motion Snapshot” der älteren Nikon 1 Modelle wurde mit einer längeren Video-Bereich und mehr Steuerung ausgestattet. Zusätzlich können auch Schwarz-Weiß, D-Lighting, Kreative Farbkontrolle und Szenen, einschließlich Panoramas, aufgenommen werden. Die S1 kann auch 1080/50i Videos und gleichzeitig Full-HD Fotos aufnehmen. Mit dem FT-1 Adapter können S1-Besitzer jedes F-Mount Nikkor-Objektiv (mit einer mehr als doppelten effektiven Brennweite und Autofokus bei allen AF-S Objektiven) benutzen.
Fazit
Die 1-er Serie der Nikon ist wirklich billig. Das ist großartig.
Die Nikon 1 S1 ist keine radikale Neuheit in der 1-er Serie, sie ist ein bisschen kleiner, ein bisschen Anfängerfreundlicher und ein bisschen billiger. Sie ist auch eine kluge Ergänzung zur 1-er-Familie. Es ist möglich, dass die vielen Features und der niedrige Preis von 519 Euro ein großer Nachteil für den Verkauf der Nikon 1 J3 sein könnte, aber das ist ehrlich gesagt nicht unser Problem. Für Nutzer ist es ein großer Gewinn. Alle, die eine Wechselobjektivkamera oder eine Reisekamera haben wollen, werden das Angebot der 1 S1 sehr zu schätzen wissen.
Die größten Kamerahersteller sind haben die Umstellung zu DSLM-Kameras mit Bedenken vollzogen, was zu erwarten ist. Spiegellose Kameras sind der Feind und nehmen ihnen die Marktanteile im Einsteiger-DSLR-Markt weg, aber sie verkaufen sich auch (zu einem gewissen Grad) ziemlich gut. Nikon scheint sich im Segment für Spiegellose Kameras aber ganz zu Hause zu fühlen. Die 1-er Serie hat sich so weit entwickelt, dass sie eine echte Alternative für alle ist, die sich einfach nicht mit dem ganzen DSLR-Brimborium herumärgern wollen, und bietet dazu eine super Aufnahmegeschwindigkeit. Das einfache Design der S1 wird auch sicherlich neue Kunden anziehen, da sie die Art Kamera ist, die man einfach in die Hand nehmen kann und sofort loslegen kann.
Nikon hätte auch einfach die S1 mit weniger Features herausbringen können, mit dem niedrigen Preis als Rechfertigung und den Platz der J3 zu bewahren. Das haben sie aber nicht getan und der wettbewerbsfähige Preis der S1 sowie ihr Featureset bieten eine echt verlockende Option, die ihren Weg in die Welt der Wechselobjektivkamera suchen. Natürlich ist die große Frage die Bildqualität, aber das werden wir wissen, wenn wir die neusten DSLM von Nikon in unserem Labor unter die Lupe nehmen.
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