So testen wir

Wie bei allen Seite in der Reviewed.com-Familie, basieren unsere Ergebnisse auf wissenschaftlich fundierten Tests, mit denen die Leistung der Kameras in aller Gründlichkeit analysiert werden.

Manche Gutachter geben Details ihrer Testmethoden nicht bekannt, oder verlassen sich mehr auf Beurteilungen (wie z.B. Farben und Bildschärfe) nach Augenmaß – in Fachkreisen auch als der “Golden-Eye-Approach” bekannt. Diese können aber von Befangenheit und persönlichen Vorlieben des Testers beeinflusst werden, und auch das Menschliche Auge ist nicht frei von Fehlern. Unsere wissenschaftlichen Tests sind nicht voreingenommen und können nicht beeinflusst werden. Die Ergebnisse sind umfassend und objektiv und können zum Vergleich zwischen Kameras herangezogen werden, selbst wenn sie nicht zur gleichen Zeit getestet wurden. Außerdem stellen wir unsere Testmethoden in allen Details zur Verfügung, so dass sowohl Leser als auch Hersteller verstehen wie wir zu unseren Folgerungen kommen. In Kombination mit unseren strikten Ethikrichtlinien bekommen alle Kameras eine Chance sich zu beweisen.

Ausrüstung

 

Alle Tests werden in unseren Labors in Cambridge, USA, mit demselben Set von professioneller Testausrüstung (unten detailliert beschrieben) durchgeführt.

Imatest SFRPlus Grafik


Die SFRPlus Grafik, die von Imatest gestaltet wurde, zeigt etliche angewinkelte Quadrate. Damit können Bildschärfe und Chromatische Aberrationen, über eine große Anzahl von Messpunkten, die über dem gesamten Bild verteiltet sind, getestet werden. Der oberste und der unterste Balken werden zum Testen der Verzerrung herangezogen. Eine X-Rite ColorCheck Farbtafel und eine Kodak-Graustufenkanal benutzen wir ebenfalls.


X-Rite ColorChecker Farbtafel



Ursprünglich gestaltet von Gretag Macbeth (die 2006 von X-Rite aufgekauft wurden) weist die Farbtafel
24 auf, die eine große Farbpalette abdeckt. Sie wird benutzt um die Farbgenauigkeit und Bildrauschen sowohl bei guten wie auch bei schlechten Lichtverhältnissen zu testen


Kodak Graustufenskala


Die Kodak Graustufenskala (auch bekannt als die Q-13 oder Q-14 Grafik) ist Industriestandard und zeigt 20 Graustufen mit abnehmender Dichte. Sie wird zum Testen des Dynamikbereichs verwendet.


Solux MR16 Birnen

Unsere primäre Lichtquelle für die Tests sind 6 Solux MR16 Birnen. Durch die horizontale Anbringung der Lampen kann unsere SFRPlus-Grafik gleichmäßig und konstant beleuchtet werden. Außerdem haben sie ein sehr ausgeglichenes Farbspektrum, so dass der Farbwert nicht beeinflusst werden kann. Wir nutzen die 4700K Versionen und die Glühbirnen werden regelmäßig geprüft und ersetzt.

LitePanels Micro
Für unsere Lichttests benutzen wir LitePanels Micro Kameraleuchten. Mit den LED Leuchten können wir die ColorChecker Farbtafel gleichmäßig ausleuchten. Durch Anpassung der LEDs können wir die Lichtverhältnisse verändern. Im Gegensatz zu anderen Lichtquellen hat die Veränderung dieses Lichtlevels keinen Einfluss auf die Farbtemperatur oder andere Charakteristika des Lichts. Farbtemperatur und Farbwert bleiben, selbst bei einem sehr niedrigem Lichtwert, konstant.

X-Rite Judge II
Das Judge II ist ein kompaktes System zur Prüfung wie Farben unter verschiedenen Lichtverhältnissen erscheinen, inklusive Tageslicht, Halogen- und Glühlicht. Jede Lichtquelle ist sehr genau kalibriert um Licht mit den gleichen Eigenschaften zu produzierten wie die originale Lichtquelle wird. Damit führen wir unseren Weißabgleichstest durch.

Spectra Professional IV-A Digital Belichtungsmesser
Damit ermitteln wir die Lichtwerte, gemessen in Lux, um sicherzustellen, dass die Grafiken adäquat und gleichmäßig beleuchtet ist.

Zaber Schiene & Drehstadium

Die Bildstabilisation messen wir mit Hilfe einer Zaber T-LSR-75A Schiene und dem motorisierten Drehstadium Zaber T-RS60. 


 

Unser Bildstabilisation Testsystem

Ausrüstung Video

Alle digitalen Spiegelreflexkameras die Videos aufnehmen können werden, was die Videoqualität angeht, von CamcorderInfo getestet. Die Ausrüstung und Methodik sind identisch mit den von CamcorderInfo getesteten Camcordern.

DSC Labs 28R Chroma DuMonde Chip Chart
Die Grafik wurde von DSC Labs gestaltet und wird zur Untersuchung der Farbgenauigkeit bei guten und schlechten Lichtverhältnissen verwendet. Die “Auflösungstrompeten” können als Verweis benutzt werden, werden aber nicht in die Ergebnisermittlung einbezogen.

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DSC Labs CamAlign MultiBurst Testchart
Dieses Chart wird zur Ermittlung der Bildschärfe und Auflösung verwendet.

Bewegliches Stillleben
Zu unserem selbst zusammengestellten Stillleben gehören ein elektrischer Zug, ein Wasserfall, eine Armbanduhr, eine Handvoll bunt gefärbter Rohrreiniger und zwei Drehscheiben, eine schwarz-weiß und eine bunte. Um beide Scheiben mit einer bestimmten und gleichmäßigen Geschwindigkeit zu drehen wurden sie auf Lego Mindstrom NXT Motoren montiert.

Westinghouse LVM-37w3 HDTV
Mit diesem Fernseher sehen wir uns Aufnahmen an, vergleichen sie und werten die Auflösung aus. Der Fernseher wird nicht zur Bestimmung der Farbgenauigkeit genutzt.

Beleuchtung
Für die Tests in guten Lichtverhältnissen benutzen wir Lowell RIFA-Lite Softboxen mit 500 W GE Quartzline Halogenlampen und einer Farbtemperatur von 3150 K. Bei den Lowlight-Tests werden zwei Litepanel LP-Micro LED-Lichter mit einer Farbtemperatur von 5600 K verwendet.

Software

Imatest
Um Farbgenauigkeit, Bildrauschen und Fotoauflösung zu messen benutzen wir hauptsächlich das Bildauswertungsprogramm Imatest. Reviewed.com hat eng mit Norman Koren, dem Entwickler von Imatest, zusammengearbeitet um die Analyse besser verstehen und an unsere Test-Bedürfnisse anpassen zu können. Da Imatest primär für Fotos entwickelt wurde, werden Bildausschnitte unserer Videoclips normalerweise mit dieser Software analysiert.

Video Software

Final Cut Express
Die Videos werden hauptsächlich Final Cut Express bearbeitet – solange die Dateiformate damit kompatibel sind. Da routinemäßig neue Dateiformate eingeführt werden, können wir sie nicht alle mit ein- und demselben Programm bearbeiten. Deshalb benutzt die Redaktion, notwendigerweise, manchmal andere Bearbeitungssoftware.

DV Rack 2.0 HD
In unserem Labor wird nur der Waveformmonitor benutzt, mit dem sich die minimale Beleuchtungsstärke als Sinuskurve messen lässt. DV Rack wurde inzwischen von Adobe aufgekauft und wird als Adobe OnLocation vermarktet.

Die Tests

Farbgenauigkeit

Mit diesem Test wird die Farbreproduktion der Kameras wissenschaftlich ermittelt. Dafür leuchten wir die ColorChecker Farbtafel mit 3000 Lux aus, stellen den Weißabgleich manuell ein und fotografieren in allen verfügbaren Farbmodi. Diese Fotos werden mit der Imatest-Software analysiert, wobei die Unterschiede
zwischen Farbreproduktion und Chart ermittelt für jeden Farbmodus ermittelt wird. Der Farbmodus mit den besten Farben wird zur Ergebnisermittelung verwendet. Mit Hilfe von komplizierten Gleichungen, den sog. CIEDE2000 Farbfehler-Formeln, wird dann der “Farbfehler” des Bildes berechnet. Je kleiner die Abweichung, desto besser ist die Aufnahme.

Langzeitbelichtung
Für diesen Test leuchten wir die ColorChecker Farbtafel mit 20 Lux aus und nehmen Belichtungszeiten von 1, 5, 10, 15 und 30 Sekunden (im Farbmodus mit der besten Farbreproduktion) auf. Dieser Prozess wird mit eingeschalteter Rauschunterdrückung wiederholt. Mit Hilfe der Imatest-Software wird das Bildrauschen und die Farbgenauigkeit ermittelt. Das Endergebnis basiert auf beiden – hat eine Kamera niedrige Rauschlevel und hohe Farbgenauigkeit ist das Ergebnis besser.

Weißabgleich
Es werden zwei Aspekte des Weißabgleichs getestet: Die Leistung der Kamera im Automatikmodus und mit der benutzerdefinierten Einstellung. In beiden Fällen fotografieren wir die ColorChecker Farbtafel mit drei Lichtquellen in unserer JudgeII Farbprüfsystem: Tageslicht, Halogen- und Glühlampe. Um die benutzerdefinierte Einstellung zu testen, stellen wir die Kamera auf den vom Hersteller empfohlenen Prozess auf einer 18%-igen Graukarte.

Beide Aufnahmen werden mit Imatest analysiert. Dabei wird der Weißabgleich in Kelvin gemessen. Je höher der Fehler der Farbtemperatur ist, desto niedriger ist das Ergebnis der Kamera. Ideal ist es, wenn die Kamera die Farbtemperatur der Lichtquelle richtig beurteilt, was zu einem niedrigeren Fehlerwert und zu genaueren Weiß- und Farbwiedergaben führt. Das Ergebnis basiert auf dem durchschnittlichen Farbfehler für alle drei Lichtquellen.

Auflösung

Um die Auflösung zu testen, leuchten wir eine SFRPlus Grafik gleichmäßig mit 3000 Lux aus und nehmen ein Foto mit drei Zoomeinstellungen auf: Dem weitesten, dem mittleren und Telefoto. An jedem Punkt nehmen wir auch ein Foto mit der weitesten, mittleren und kleinsten Blendeneinstellung. Imatest nutzt die geneigten Ecken der Blöcke in der Grafik um die Bildschärfe und die chromatischen Abweichungen zu ermitteln. Dies wird in 9 Bereichen durchgeführt: Der Mitte, in allen Ecken des Bildes und vier Punkten dazwischen. Damit erhalten wir die horizontale und vertikale Auflösung/chromatische Abweichung des ganzen Bildes (die Roten Vierecke sind die Bereiche die von Imatest analysiert werden).
 


Kombiniert mit den Fotos mit den verschiedenen Zoom- und Belichtungseinstellungen, erhalten wir einen detaillierten Überblick über die Leistung der Kamera in diesen Punkten.

Alle Punkte zusammen ergeben das Endergebnis für die Auflösung. Dafür wird die höchste Bildschärfe (normalerweise in der Mitte des Bildes) berücksichtigt und auch um wie viel die Schärfe in den anderen Messpunkten abfällt.Um ein gutes Ergebnis zu erhalten muss der Wert der Bildschärfe über das ganze Bild in etwa gleich bleiben. Für die
chromatischen Abweichungen werden die niedrigsten (meistens in der Mitte) mit den höchsten (meisten in den Ecken) verglichen. D.h. je weniger Abweichungen über das gesamte Bild desto besser.

Wir ermitteln auch die Bildschärfe und Abweichung über alle Zoom und Belichtungseinstellungen. 


Dynamikbereich
Den Dynamikbereich testen wir, indem wir eine Reihe von Fotos der Kodak Q-13 Grafik mit verschiedenen Belichtungseinstellungen. Diese werden mit Imatest analysiert, das den maximal möglichen Dynamikbereich der Kamera ermittelt. Wir testen den Dynamikbereich auch mit allen möglichen ISO-Empfindlichkeiten.    

Je größer er Dynamikbereich desto besser. Unsere Ergebnisermittlung basiert daher sowohl auf dem weitesten Dynamikbereich das die Kamera erfassen kann, und wie gut dieser bei höheren ISO-Einstellungen ist.

Bildstabilisation
Eine Sache ist sicher: Menschen können nicht komplett still halten, die Hände zittern beim Fotografieren, egal wie sehr wir es versuchen – die Bilder verwackeln, vor allem wenn bei langen Verschlusszeiten fotografiert wird. Deswegen haben moderne Kameras eine Funktion die das ausgleichen soll.
 

Unser Bildstabilisationstest System

Diese Funktion testen wir, indem wir die Kamera präzise und kontrolliert schütteln. Dafür montieren wir die Kamera auf Zaber Gleichschiene und den Zaber Drehstadium und machen eine Reihe von Fotos mit verschiedenen Verschlusszeiten (von 1/500 bis 1/8 einer Sekunde). Wir machen die Fotos mit ausgeschalteter, dann mit eingeschalteter Bildstabilisation (mit jeder verfügbaren Einstellung). Mit Imatest wird der Schärfegrad der Bilder analysiert. Eine komplexe statistische Analyse der Ergebnisse zeigt die Unterschiede zwischen ein- und ausgeschalteter Bildstabilisation.

Die Ergebniskurve zeigt, wie gut die Bildstabilisation bei den verschiedenen Verschlusszeiten arbeitet. Manche Stabilisationssysteme sind effektiver als andere – manche machen die Sache schlimmer.

Horizontal: Schärfegrad bei bestimmten Verschlusszeiten

Vertikal: Schärfegrad bei bestimmten Verschlusszeiten

Die Y-Achse zeigt den Schärfegrad in Prozent (gemessen in MTF50). Mehr Informationen zum MTF50 gibt es hier. Die Kurve “IS off” zeigt die Verbesserung des Schärfegrades mit eingeschalteter Bildstabilisation (in Prozent).

Die Ergebnisermittlung basiert darauf, um wie viel der Stabilisator die Schärfe verbessert über die gesamte Bandbreite der getesteten Verschlusszeiten. Eine Kamera, die schärfere Bilder in allen Verschlusszeiten aufnimmt, wird mehr Punkte bekommen, im Gegensatz zu einer die das nicht schafft, oder die Bilder sogar verschlechtert.


Bildrauschen
Bildrauschen ist ärgerlich und ruiniert Fotos. Die gleiche Elektrostatik kann auch im Fernsehen auftauchen und verwischt Details und beeinflusst die Farben. Um das Bildrauschen zu testen fotografieren wir die ColorChecker Farbtafel und analysieren die Bilder mit Imatest.

Diese Tests produzieren genaue Ergebnisse für Rauschwerte. Das bedeutet Zahlenwerte für Bildrauschen in den Roten, Grünen, Blauen und Gelben Farbkanälen und Luminanz-Bildrauschen (in den rein grauen Stellend es Bildes). Der Test wird mit allen ISO-Empfindlichkeiten wiederholt. Das Ergebnis wird aus dem Bildrauschen bei niedriger ISO-Einstellung und der Zunahme des Bildrauschen bei höheren ISO-Einstellungen. Für ein gutes Ergebnis muss die Kamera also niedrige Rauschlevel haben und beibehalten.

Der Videotest

 

Farbwiedergabe (gute Lichtverhältnisse)

Um die Farbgenauigkeit eine Kamera bei guten Lichtverhältnissen zu ermitteln, leuchten wir das DSC Labs Chroma DuMonde Chart mit 3000 Lux aus. Die Kamera wird auf einem Stativ hinter einer Duvetine aufgebaut und nimmt durch eine kleine Öffnung im Vorhang auf.  Nach der manuellen Einstellung des Weißabgleichs wird das Videomaterial im Automatikmodus gefilmt. Hat eine Kamera mehrere Farbmodi, wird die Grafik mit allen möglichen Einstellungen aufgenommen.


Nach dem Upload werden (meistens mit Final Cut Pro) qualitativ hochwertige Bitmaps ausgeschnitten. Diese werden in die Imatest-Software verschoben, wo das Multichart Modul gestartet wird. Imatest analysiert 28 Farben am Chroma DuMonde Chart und vergleicht die bekannten Farbwerte mit den Farbwerten der Videoaufnahmen. Mit Hilfe von komplizierten Gleichungen, den sog. CIEDE2000 Farbfehler-Formeln, wird dann der “Farbfehler” des Bildes berechnet. Je kleiner die Abweichung, desto besser ist die Aufnahme.

Die Grafik in der Review ist die sog. Farbfehlergrafik. Sie zeigt die Unterschiede zwischen den bekannten Farbwerten und dem, was die Kamera produziert. Längere Linien bedeuten größere Farbfehler. Die Richtung ist auch wichtig, da sie Über- oder Untersättigung anzeigt und damit wärmere oder kältere Farbreproduktionen.

Das Endergebnis basiert auf dem Mittelwert der Farbfehler.

Bildrauschen (gute Lichtverhältnisse)

Das Bildrauschen bei guten Lichtverhältnissen wird mit der, mit 3000 Lux ausgeleuchteten, X-Rite-ColorChecker-Farbtafel ermittelt. Auch bei diesem Test fotografieren wir, nach manueller Einstellung des Weißabgleichs, im automatischen Modus. Den größten Einfluss auf das Bildrauschen hat die Belichtungsstärke.

In diesem Teil des Review werden 100%-ig vergrößerte Ausschnitte (crops) aus dem Chroma DuMonde Chart veröffentlicht, die nicht für die Ergebnisermittlung benutzt werden. Unserer Meinung nach ist in dieser Grafik besser als in der X-Rite-ColorChecker Farbtafel ersichtlich, wie das menschliche Auge Bildrauschen wahrnimmt.

Sobald alle Aufnahmen gemacht und auf dem Computer abgespeichert sind, werden Bitmap-Bilder herausgeschnitten. Nach Verschiebung der Bitmaps in die Imatest-Software, werden die Rauschwerte von Imatest berechnet und in vier Chroma-Kanäle, Rot, Grün, Blau und Luminanz (Helligkeit) getrennt. Je geringer der Prozentanteil des Bildrauschens, desto besser die Aufnahme.

Die Endnote basiert auf dem durchschnittlichen Bildrauschen in allen vier Kanälen.

Bewegungserfassung

Die Qualität und Charakteristika der Bewegungserfassung zu bestimmen ist schwierig. Im Gegensatz zu den Farbtönen, dem Bildrauschen, der Auflösung usw. gibt es keine Standardmessung zur Bewertung der Bewegungen in einer Aufnahme. Es gibt eine solche Methode für Fernseher, diese aber geben nur die Wiedergabequalität wieder, nicht die Qualität der Quelle.

In diesem Test filmen wir unser speziell angefertigtes “bewegliches Stillleben” (von uns liebevoll “Haltestelle” genannt). Die Haltestelle haben wir aus einer Reihe einfacher und komplizierter Bauteile zusammengestellt. Das ergibt ein Bewegungsmuster, bei dem sich alle einzelnen Teile einer bestimmten, gleichmäßigen Geschwindigkeit bewegen. Die Haltestelle wird mit jeder verfügbaren Bildwiederholrate der Kamera aufgenommen.

Nach dem Importieren der Clips, werden diese auf YouTube hochgeladen. Um die besten Ergebnisse zu erhalten, wandeln wir die Videos mit QuickTime zu einer Größe von 1280 × 720 Pixel um und speichern sie im .MOV-Format mit einer 8000 kbps Bitrate. Die Qualität dieser Filme ist deutlich geringer. Würden wir jedoch die nicht komprimierten Clips zum Download zur Verfügung stellen, würde unsere Seite sicherlich dauernd zusammenbrechen. Wir prüfen diese Möglichkeit jedoch, um sie in Zukunft evtl. anbieten zu können. 

Das Testergebnis der Videoclipaufnahmen basiert auf der Beschaffenheit und dem Vorhandensein von Nachzieheffekten, Artefakten, der Gleichmäßigkeit der Bewegungen und der Hochfrequenz-Details.   

Video-Bildschärfe

Die Schärfedarstellung einer Kamera stimmt meistens nicht mit der von Herstellern angegebenen überein. Kameras mit einem Output von 1920 × 1080 zeichnen nicht wirklich 1920 horizontale Linien auf. Diese Zahl drückt nur die Größe des “Containers” der Datenausgabe (meisten als Auflösung bezeichnet) aus. Tatsächlich können die Hersteller mit dieser Zahl verschiedenes hervorheben, z.B. die Leistungsfähigkeit des Objektivs, des Sensors oder ähnliches. Aber niemand will nur ein gutes Objektiv oder Sensor kaufen, sondern einen komplett zusammengebauten Kamera. So testen wir die Bildschärfe auch.

Zunächst wird eine DSC Labs Multiburst Grafik mit 3000 Lux beleuchtet und die, auf einem Stativ positionierte, Kamera auf den 16:9 Rahmen der Grafik ausgerichtet. Danach wird die Kamera langsam etwa 30 Sekunden lang von rechts nach links geschwenkt, wieder ausgerichtet und, ebenfalls für 30 Sekunden, von oben nach unten geschwenkt.

Nach der Aufnahme schließen wir die Kamera mit dem bestmöglichen Anschluss am HDTV an (also Composit-, S-Video, Komponent- oder HDMI-Anschluss). Bei der Beurteilung des Wiedergabematerials achten wir vor allem darauf ab wann die Linien der Grafik nicht mehr zu unterscheiden sind.  

Der Grund dafür, dass wir die Video-Bildschärfe in Bewegung testen statt als Standbild ist relativ logisch: Es wird  kaum jemanden geben, der sich während einer Videoaufnahme nicht bewegt. Bewegung ist die Grundeigenschaft für Videos. Die Hersteller mögen das vielleicht anders sehen, doch wir finden es macht so am meisten Sinn.


Die Ergebnisse dieser Rubrik beruhen auf der horizontalen und vertikalen Schärfedarstellung einer Aufnahme mit einer Bildwiederholrate von 50i. Manchmal messen wir die Scharfdarstellung auch in anderen Bildwiederholraten, doch diese werden bei der Auswertung nicht berücksichtigt.

Lowlight-Farbwiedergabe (schlechte Lichtverhältnisse)

Der Test für die Farbgenauigkeit bei schlechten Lichtverhältnissen läuft, bis auf einige offenkundige Änderungen, genauso ab wie der bei guten Lichtverhältnissen. Die Chroma DuMonde Grafik wird gleichmäßig mit 60 Lux ausgeleuchtet, was in etwa der Helligkeit einer Tischlampe entspricht. 60 Lux reichen um ein Buch zu lesen – obwohl einem nach einigen Minuten wahrscheinlich die Augen wehtun.

Die Kameras werden auch hier im automatischen Modus (nach dem manuellem Weißabgleich) getestet. Außerdem wird der automatische Lichtverstärker eingeschaltet. Oft ist es nicht möglich den Gain auszuschalten, so dass dieser Standard Sinn macht. Bietet ein Camcorder zusätzliche Gain-Einstellungen an, werden auch diese getestet, diese Ergebnisse werden bei der Auswertung aber nicht berücksichtigt. Nach Möglichkeit testen wir auch in verschiedenen Bildwiederholraten, das Endergebnis basiert aber auf einer Bildwiederholrate von 50i.

Das Videomaterial wird auf einem Computer gespeichert und Bitmaps daraus ausgeschnitten. Diese durchlaufen die Imatest-Analyse. Imatest erstellt ein Farbfehlerchart, der die Unterschiede zwischen den bekannten Farbwerten der 28 Farben und den Farben, die der Camcorder tatsächlich produziert, berechnet. Je kleiner der Fehler, desto besser die Farbwiedergabe.

Der durchschnittliche Farbfehlerwert bildet das Endergebnis.

Lowlight-Bildrauschen (schlechte Lichtverhältnisse)

Auch der Test zur Ermittlung des Bildrauschens bei schlechten Lichtverhältnissen ähnelt dem bei guten Lichtverhältnissen, ist aber weniger umfangreich. Die X-Rite-ColorChecker-Farbtafel wird mit 60 Lux ausgeleuchtet. Consumer Camcorder werden im automatischen Betrieb mit einer Framerate von 50i nach der manuellen Einstellung des Weißabgleichs getestet. Sind alternative Framerates oder Gain-Einstellungen verfügbar, testen wir auch diese. Aber nur die 50i-Aufnahmen werden in die Auswertung einbezogen, auch wenn wir natürlich die anderen Testergebnisse ausweisen.

Aus den importierten Aufnahmen werden am Computer Bitmap-Bilder generiert und mit Imatest analysiert. Das Programm dokumentiert das prozentuale Bildrauschen in vier Chroma-Kanäle: Rot, Grün, Blau und Luminanz (Helligkeit). Auch hier gilt: Je kleiner das prozentuale Bildrauschen, desto besser die Leistung des Camcorders.

Der Mittelwert der vier Kanäle bildet unser Testergebnis.

Minimale Beleuchtungsstärke (Low Light Sensitivity)

Die minimale Beleuchtungsstärke prüft, wie viel Licht ein Camcorder benötigt um ein anständiges Bild zu produzieren. Dieser Grenzwert wird gemäß des produzierten Belichtungslevels gemessen. Die Belichtung wird in IRE angegeben, mit einer Skala von 7,5 IRE (dunkler Bildinhalt) bis 100 IRE (hellster
Bildinhalt).

Zuerst beleuchten wir das Chroma DuMonde Chart mit etwa 60 – 80 Lux. Der Camcorder wird auf die Grafik gerichtet und mit dem Waveformmonitor verbunden, das gleichzeitig Daten über die IRE-Pegel des Camcorders liefert.  Nach dem Start der Aufnahme dimmen wir das Licht langsam und gleichmäßig. Die Lux-Level werden dabei so lange mit einem Belichtungsmesser geprüft, bis der Camcorder eine maximale Belichtung von 50 IRE produziert. Bei 50 IRE ist das Bild zwar noch etwas dunkel, doch immer noch hell genug um Farben und Details auszumachen.

Um einen möglichen Verlust der Datenqualität zu vermeiden (z.B. durch schlechte Anschlüsse, etc.), wird die Aufnahme auf einen Computer überspielt und der Test wiederholt.

Die Endnote ergibt sich aus dem Lux-Level, bei dem der Camcorder die maximale Belichtung von 50 IRE produzieren kann. Das Ergebnis für Consumer Camcorder basiert auf Aufnahmen im automatischen Betrieb, mit der höchstmöglichen Qualität und der Standard-Framerate.

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