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Canon EOS 7D

Digitalkamera Test
Canon EOS 7D
Seite 14

Videofunktionen

  • Aufnahmen mit 24p oder 30p Bildfrequenz mit einer Auflösung von 1920 × 1080 (Full HD)
  • Weitere Aufnahmemodi: 1280 × 720 (60p) HD und Standarddefinition 640 × 480 (60p)
  • Alle Videos werden im MPEG-4 Format aufgenommen und als .MOV-Dateien gespeichert
  • Verschlusszeit, Blende und ISO können manuell eingestellt werden (ISO kann nicht während der Aufnahme geändert werden)
  • Die 7D hat keinen konstanten Autofokus, während der Aufnahme muss für die Scharfstellung entweder der Objektivring gedreht oder eine Taste gedrückt werden
Umfassende Videotests und Analysen zur Verfügung gestellt von Andrea Soares

Video: Komprimierung (7,50)


Die Canon 7D komprimiert die Videos mit dem MPEG-4 Codec und bietet eine Reihe von Bildwiederholraten und Auflösungen. Die meisten Fotografen werden wahrscheinlich Full-HD-Videos mit 1920 x 1080 Auflösung aufnehmen, die Bildwiederholraten von 24p und 30p bietet. Das steht im krassen Gegensatz zur 5D Mark II, die nur eine Framerate von 30p bietet.

Zusätzlich zu den Full-HD-Einstellungen kann die Canon 7D auch HD-Videos mit einer Auflösung von 1280 x 720 in einer Framerate von 60p aufnehmen. Es gibt auch die Option Videos mit Standarddefinition aufzunehmen, bei einer Bildwiederholrate von 60p mit einer 640 x 480 Auflösung. Die Auswahl der 7D ist nicht so groß wie die der GH1, die sowohl den AVCHD-Codec als auch das MJPEG-Format nutzen kann. Die vielen Bildwiederholraten und die Standarddefinition-Aufnahme sind aber sehr nützliche Funktionen.

Format  Auflösung Codec
1080/24p1920 x 1080MPEG-4
1080/30p1920 x 1080MPEG-4
720/60p1280 x 720MPEG-4
480/60p640 x 480MPEG-4

Laut Canon können HD Videos, egal welche Bildwiederholrate verwendet wird, mit einer Länge von bis zu 49 Minuten auf eine 16 GB SD/SDHC-Karte gespeichert werden. Die gleiche Speicherkarte kann bis zu 99 Minuten Standarddefinition-Videos speichern. Wie viele Video-fähige Spiegelreflexkameras, hat auch die Canon 7D ein Limit von 4GB, oder 29 Minuten und 59 Sekunden, für eine durchgehende Videoaufnahme. Die Aufnahme hört automatisch auf, sobald dieses Limit erreicht ist und der Auslöser muss erneut gedrückt werden um eine neue Aufnahme zu starten.

Belichtungseinstellungen
-5 bis +5 in 1/3 EV Stufen
Blendeneinstellungen
f/3.5, f/4, f/4.5, f/5, f/5.6, f/6.3, f/7.1, f/8, f/9, f/10, f/11, f/13, f/14, f/16, f/18, f/20, f/22
Verschlusszeiten
Im manuellen Modus: 1/30, 1/40, 1/50, 1/60, 1/80, 1/100, 1/125, 1/160, 1/200, 1/250, 1/320, 1/400, 1/500, 1/640, 1/800, 1/1000, 1/1250, 1/1600, 1/2000, 1/2500, 1/3200, 1/4000
Weißabgleichseinstellungen
Tageslicht, Schatten, Wolkig, Kunstlicht, Leuchtstoff, Benutzerdefiniert, Farbtemperatur (2500K - 10000K)
Lichtverstärker-Einstellungen
100, 125, 160, 200, 250, 320, 400, 500, 640, 800, 1000, 1250, 1600, 2000, 2500, 3200, 4000, 5000, 6400 (erweiterbar auf 12800)
Video: Manuelle Bedienung (0.00)

Automatikbetrieb
Eigentlich läuft die Canon 7D immer in Automatik, außer natürlich im Manuellen Modus. In allen anderen Modi werden Verschlusszeit, Blende und ISO automatisch eingestellt, nur die Belichtung kann bei Bedarf manuell eingestellt werden. Im Videomodus hat die Kamera keinen konstanten Autofokus, so dass der Auslöser halb durchgedrückt werden muss (oder die Fokus-Taste auf der Rückseite) um das Motiv scharf zu stellen – und das macht ziemlich viel Lärm.


Die automatische Belichtung der Canon 7D war zwar ein bisschen langsam, dafür aber exakt. Der Wechsel von heller zu dunkler Beleuchtung dauert etwas länger als bei Consumer-Camcordern, und automatischer Weißabgleich und ISO-Empfindlichkeit sind in der Regel effektiv.

Zoom: Bedienung und Faktor
Der vorhandene Zoomfaktor der Canon 7D steht in direkter Relation zum Objektiv das benutzt wird. Da die 7D eine DSLR ist, gibt es logischerweise eine ganze Batterie von austauschbaren Objektiven. In dieser Testreihe haben wir ein 28mm - 135mm Objektiv benutzt, was ungefähr einem 5-fachen optischen Zoom entspricht. Um zu zoomen muss der Objektivring gedreht werden – es gibt keinen Zoomregler wie bei den meisten Camcordern.


Fokus
Wie schon erwähnt, hat die 7D keinen kontinuierlichen Autofokus, wie er in fast allen Camcordern zu finden ist. Das bedeutet, der Fokus muss während der Videoaufnahme manuell eingestellt werden. Das funktioniert entweder über den Objektivring, oder mit der Fokus-Taste, die sich auf der Rückseite des Gerätes befindet. Wird die Autofokus-Taste gedrückt, macht der kleine Motor Geräusche und die Belichtungslevel ändern sich für einige Sekunden, bis das Motiv scharf gestellt ist. Das ist zwar für Spiegelreflexkameras normal, für Videoaufnahmen ist das aber nicht die beste Lösung. Von allen Video-fähigen Kameras, die wir bisher getestet haben, sind nur die Micro Four Thirds Kameras (Panasonic GH1, Olympus E-P1 und Panasonic GH1) mit einem kontinuierlichen Autofokus für Videoaufnahmen ausgestattet.


Belichtung, Blende und Verschlusszeit
Mit der 7D kann die Belichtung in allen Aufnahmemodi manuell eingestellt werden – außer im Manuellen Modus. Die Belichtung kann in einem Bereich von -5 bis +5 EV in 1/3-Stufen, während oder vor der Videoaufnahme, mit dem Wahlrad auf der Rückseite der Kamera eingestellt werden.


Blende und Verschlusszeit können im Videomodus, unabhängig voneinander, nur im Manuellen Modus eingestellt werden. Die Verschlusszeit wird mit dem Haupt-Wahlrad auf der Oberseite der Kamera eingestellt, während die Blende mit dem Wahlrad auf der Rückseite eingestellt wird. Die Kamera hat eine große Auswahl an Verschlusszeiten im Videomodus die von 1/30 bis zu 1/4000 Sekunden reichen. Canon hätte ruhig auch langsamere Verschlusszeiten (wie z.B. 1/15, 1/10 oder 1/4) anbieten können, nur um den Nutzern die Möglichkeit zu geben, Videos mit diesem langsamen Verschlusszeiten-Effekt zu bieten. Beide können auch während der Aufnahme eingestellt werden.

ISO und Andere Funktionen
Die ISO-Empfindlichkeit kann ebenfalls manuell eingestellt werden. es gibt aber auch die Möglichkeit die ISO-Empfindlichkeit im manuellen Modus automatisch einstellen zu lassen. Alle ISO-Werte sind im Videomodus verfügbar (von ISO 100 bis 6400, erweiterbar auf 12800). Während der Aufnahme kann die ISO-Einstellung nicht geändert werden, das geht nur davor oder danach.


Im Videomodus wird der Weißabgleich der Kamera genauso eingestellt wie im Fotomodus. Das heißt, man kann einen benutzerdefinierten Weißabgleich speichern, einen voreingestellten Weißabgleich benutzen oder die Farbtemperatur manuell einstellen. Zu diesen manuellen Funktionen kann auch im Videomodus ein Netzgitter auf dem LCD angezeigt werden, der bei der Ausrichtung der Kamera hilft (dieser wird selbstverständlich nicht mit aufgenommen).

Audiofunktionen (2,25)


Normalerweise sind Audiofunktionen nicht die große Stärke von Video-fähigen Spiegelreflexkameras – und die Canon 7D ist keine Ausnahme. Es gibt ein sehr kleines, eingebautes Mikrofon vorne, das aber nur Mono aufnimmt. Die Aufnahmen dieses Mikros sind generell nicht gut. Die Geräusche des Autofokus-Motors und der Wahlräder waren in den Aufnahmen immer zu hören, und ein Knistern das immer zu hören war, wenn die Kamera im Livebild-Modus war. Außerdem ist die Platzierung des Mikrofons nicht vorteilhaft, weil man mit den Fingern leicht hinkommt. Kurz gesagt: Wer mit der Aufnahme auch gutes Audio will, sollte vom Gebrauch des eingebauten Mikrofons absehen…    

Die vier kleinen Löcher? Das ist das Mikrofon…

Zum Glück hat die Canon 7D einen 3,5 mm Klinkenanschluss für ein externes Mikrofon. So können auch Stereoaufnahmen gemacht werden. Außerdem kann das Mikro weit genug von der Kamera abgestellt werden, dass die ganzen kleinen Kamerageräusche nicht mit aufgenommen werden. Egal welches Mikrofon benutzt wird, die 7D stellt die Aufnahmelautstärke automatisch ein. 

  Canon 7D Panasonic
GH1
Canon
5D Mark II
Nikon
D5000
Mini (1/8") Ja, 3,5 mm Ja, 2,5 mm Ja, 3,5 mm Nein
Kopfhörer Nein Nein Nein Nein
Lautstärkeregler Nein Nein Nein Nein
Zubehörschuh Ja Ja Ja Ja
Mikrofon Hi/Low Nein Nein Nein Nein
Windrauschunterdrückung Nein Nein Nein Nein
Stereo/Mono Mono (Stereo mit ext. Mikro) Stereo Mono (Stereo mit ext. Mikro)  Mono

Video: Handling (5,50)


Videofähige DSLR-Kameras können schon der Gehäuseform wegen, nicht so gehandhabt werden wie Camcorder. Man muss sie ganz anders halten als Camcorder-Nutzer es gewohnt sind. Trotzdem mögen wir, wie die Canon 7D in der Hand liegt wenn man ein Video drehen will. Die große Grifffläche auf der rechten Seite ist gut zu halten und die Kamera ist weder zu groß noch zu klein.

Der komplett unbewegliche LCD-Bildschirm stört uns aber doch. Katastrophale Aufnahmen sind fast vorprogrammiert bei Videoaufnahmen für die der LCD nicht gedreht, gekippt oder sonst wie bewegt werden kann. Um das gewollte Bild einzufangen muss die Kamera auf Augenhöhe gehalten werden – oder der Fotograf in die Knie gehen, den Hals recken etc. Der bewegliche LCD der Panasonic GH1 und der Nikon D5000 macht Videoaufnahmen viel einfacher. Mit der Canon 7D ist es wahrscheinlich besser ein Stativ für Videoaufnahmen zu benutzen, der LCD schränkt Aufnahmen mit der in der Hand gehaltenen Kamera zu sehr ein.

Die Grifffläche auf der rechten Seite ist ziemlich gut

Die Canon 7D hat einige Macken, die es unmöglich machen die Kamera als Camcorder-Ersatz zu empfehlen. Die auffälligste ist, dass der LCD nach längerer Nutzungszeit überhitzt. Canon erklärt dieses Problem im Handbuch. Außerdem ist uns das bei den meisten viedeofähigen Spiegelreflexkameras aufgefallen ist (außer den Micro Four Thirds Modellen). Irgendetwas im inneren Sensor überhitzt und es wird ein Warnsymbol auf dem LCD angezeigt. Wird trotz dieses Symbols weiter aufgenommen, schaltet sich die Kamera nach ein paar Minuten automatisch aus und Livebild-Aufnahmen sind für eine Weile nicht möglich. Die Zeit, bevor die Kamera sich ausschaltet, variiert. In einem Test wurde das Warnsymbol nach nur 35 Minuten im Livebild-Modus angezeigt. So manche Nutzer wird das Ausschalten des Livebild-Modus nicht stören, aber mit dieser Funktion eignet sich die Canon 7D als Camcorder-Ersatz definitiv nicht.

Für Videoaufnahmen ist der unbewegliche LCD ziemlich ungeeignet

Zusammenfassend können wir also sagen, dass wir die Grifffläche mögen und die Wahlräder sind gut platziert und ausgeführt (auch für Videoaufnahmen. Andererseits sind der unbewegliche LCD,  die Temperaturprobleme und der fehlende kontinuierliche Autofokus im Videomodus ganz und gar nicht gut. Die Canon 7D nimmt definitiv hochqualitative Videos auf, aber als Camcorder-Ersatz eignet sie sich nicht sehr.











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