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Canon EOS 60D

Digitalkamera Test

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Ausstattung

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Design & Handling
Canon EOS 60D
Seite 9

Bedienung

  • Gute Auswahl an Aufnahmemodi und manuellen Einstellungen/Funktionen
  • Live View ist besser als in den Vorgängermodellen, aber immer noch schwierig
  • Fokus im Live View Modus ist langsam

Aufnahmemodi

Die 60D hat eine gute Auswahl an Aufnahmemodi, mit denen das Fotografieren flexibel und einfach ist.

Aufnahmemodi
Auto

Die Kamera stellt die meisten Funktionen automatisch ein, der Fotograf stellt Fokus, Verschlussmodus und Bildgröße ein.

Kein Blitz

Funktioniert wie die Automatik, nur ohne Blitzauslösung.

Kreativ-Programm

Statt eines Blendenwerts, stellt der Fotograf ein, ob der Hintergrund scharf oder unscharf aufgenommen werden soll (mit 5 Stufen). Über- oder Untersättigungen können genauso eingestellt werden. Die meisten anderen Funktionen können ebenfalls eingestellt werden, allerdings mit Einschränkungen.

Programmautomatik

Kamera stellt Verschlusszeit und Blendenwert ein, der Fotograf stellt die beiden anderen ein.

Verschlusszeitautomatik

Von Canon Tv (Time Value) genannt. Mit der Blendenautomatik stellt der Fotograf die Verschlusszeit ein, die Kamera kalkuliert den entsprechenden Blendenwert für eine ausbalancierte Belichtung.

Blendenautomatik

Av (Aperture Value) genannt. Die Verschlusszeitautomatik stellt die Verschlusszeit automatisch für einen manuell eingestellten Blendenwert ein.

Manuelle Belichtung

Volle Kontrolle über Verschlusszeit und Blendenwert. Um die Blende einzustellen muss die Taste Belichtungskorrektur gedrückt und das Einstellrad bedient werden. Das Drehen des Einstellrads allein verstellt die Verschlusszeit.

Bulb

Verschluss bleibt so lange offen, wie der Auslöser gedrückt gehalten wird. Mit der Fernbedienung (optional) kann das für Langzeitbelichtungen gespeichert werden.

Benutzerdefiniert

Schnellzugriff auf die gespeicherten, benutzerdefinierten Einstellungen.

Movie

Für Videoaufnahmen.

Scene Modes

Der Rest sind Motivprogramme, die unten näher beschrieben werden.

Der Live View Modus der 60D wird mit der entsprechenden Taste (rechts vom Sucher) eingeschaltet. Dadurch wird der Spiegel hochgeklappt, der Sucher somit ausgeschaltet. Das LCD zeigt das, was vom Sensor aufgenommen wird. Obwohl die Live View besser ist als bei älteren Canon-Modellen, ist es immer noch schwierig und noch nicht voll ausgereift.

Das Fokussieren ist auch noch nicht die beste Lösung. Die 60D bietet drei Fokuseinstellungen: AF Live, Gesichtserkennung oder AF Quick. Standardmäßig ist die 60D auf AF Live eingestellt. In dieser Einstellung fokussiert die Kamera mit Hilfe des Bildsensors: der Fokus wird geändert, die Kamera checkt die Schärfe und stellt den Fokus noch einmal ein. Das ist ein bisschen langsam und das Objektiv stottert beim Scharfstellen, was oft 3 bis 4 Sekunden dauern kann – das kann zu Lange für das perfekte Foto sein. Die Gesichtserkennung funktioniert ähnlich, nur dass Gesichter als Fokuspunkte benutzt werden.

Der AF Quick Modus ist schneller. Wird der Auslöser halb durchgedrückt oder die AF-On Taste, klappt der Spiegel nach unten. Dadurch kann die Kamera die eigentlichen Fokussensoren um einen der 9 Fokuspunkte scharf zu stellen. Das passiert normalerweise unter einer Sekunde (bei Nahaufnahmen kann es ein bisschen länger dauern). Ist die Kamera auf das Motiv scharfgestellt klappt der Spiegel wieder hoch, die Live View wird fortgesetzt und auf dem Bildschirm werden die Fokuspunkte angezeigt. Dieser Prozess ist zwar schneller, aber der Bildschirm wird kurzzeitig ausgeschaltet, was sehr störend sein kann. Außerdem fokussiert die Kamera noch einmal, wenn die AF-On Taste gedrückt, was ebenfalls dazu führen kann, dass einem ein tolles Foto durch die Lappen geht.

Egal wie, das Fokussieren im Live View Modus ist schwierig. Das gilt vor allem, im Vergleich zum System der Sony SLT-A55, die einen lichtdurchlässigen Spiegel hat. Damit ist es der Kamera möglich, die Fokussensoren zu benutzen und gleichzeitig die Live View Vorschau anzuzeigen.

Die Vorschau in Live View ist scharf und hell, und zeigt nur wenige Unschärfen und Verschwommene Stellen, wenn die Kamera bewegt wird. Mit der Q-Taste kann schnell auf die gleichen Funktionen zugegriffen werden, wie im normalen Aufnahmemodus, nur dass diese seitlich auf dem LCD angezeigt werden (sieht aus wie bei einer Kompaktkamera).

LV_focus.jpg

Die Live View der 60D ist zwar besser als die von Vorgängermodellen, aber immer noch schwierig und unflexibel. Das könnte zu einem echten Problem werden, wenn das Livebild oft benutzt werden soll. Es könnte einfacher sein, sich eine Kamera mit besserem Livebild-System zu besorgen, wie z.B. die Sony SLT-A55 oder eine andere spiegellose Kamera.

LV_settings.jpg

Die 60D hat nur 5 Motivprogramme, die aber die meisten Bereiche abdeckt, die man so braucht. Alle Motivprogramme können direkt über das Moduswahlrad eingestellt werden.

Motivprogramme
Porträt

Weichere Hautfarben, Hintergrund unschärfer.

Landschaft

Blau, Grün und Bildschärfe wird verstärkt.

Macro

Für Nahaufnahmen kleiner Motive

Sport

Schnellste Verschlusszeit wird eingestellt.

Nachtporträt

Blitz und Langzeitbelichtung werden eingestellt um sowohl die Person als auch den Hintergrund einzufangen.

Es gibt auch eine Reihe von Bildeffekten, mit denen ein Bild optimiert werden kann. Außerdem können Schärfe, Kontrast, Sättigung und Farbton für alle Bildeffekte eingestellt werden.

Bildstile
Standard

Mittlere Messwerteinstellung aller Funktionen.

Porträt

Geringere Bildschärfe und verstärkte Farbwerte um Hautfarben besser darzustellen.

Landschaft

Erhöht Bildschärfe und Farbsättigung für brilliantere Farben.

Neutral

Verringert Bildschärfe um Motive natürlicher darzustellen.

Natürlich

Verringert Bildschärfe und Farbsättigung für natürlichere Farben. Bilder sind etwas fad.

Monochrom

Schwarzweiß-Bilder

Die 60D hat neun Fokuspunkte, die einem Diamantmuster angelegt sind, einer der Punkte ist direkt in der Mitte. Alle sind Kreuzsensoren, der mittlere ist aber ein Doppelkreuzsensor der besser ist für waag- und senkrechte Linien. Laut Canon ist dieser mittlere Kreuzsensor zweimal so empfindlich wie die anderen. Mit nur neun Fokuspunkten hat die 60D viel weniger als andere Kameras: Die Sony SLT-A55 z.B. hat 15, die Canon 7D sogar 19. Das bietet mehr Flexibilität für die Auswahl des scharf zu stellenden Bereiches. Außerdem fehlt der 60D auch das Zonensystem der 7D, mit dem der Fotograf einen bestimmten Teil des Bildschirms zur Fokussierung benutzen kann.

Mit der Set-Taste wird zwischen den einzelnen Fokuspunkten hin- und hergeschaltet. Ein einzelner Punkt kann mit dem Einstellrad oder dem Steuerkreuz ausgewählt werden, oder alle Kreuzsensoren auswählen, damit so viel wie möglich scharf gestellt wird.

Focus Image
Das Layout der Fokusmessfelder.

Es gibt drei Fokusmodi:

Einstellungsmöglichkeiten Fokus
One-Shot AF

Die Scharfeinstellung wird mit dem halb durchgedrückten Auslöser vorgenommen und bleibt solange bestehen.

AI Focus

Die Kamera wechselt automatisch von One-Shot zu AI-Servo AF, wenn ein Objekt anfängt sich zu bewegen

AI Servo

Fokus bleibt auf das Motiv gerichtet, solange der Auslöser halb durchgedrückt wird. Eignet sich für sich bewegende Motive.

Manuell kann der Fokus ebenfalls eingestellt werden. Mit dem Schalter auf dem Objektiv wird auf manuellen Fokus umgestellt. In diesem Modus leuchten die Fokuspunkte auf, die von der Kamera als scharfgestellt erkannt werden, wenn der Auslöser halb durchgedrückt wird.

Die 60D hat eine gute Belichtungskorrektur, die von +5 bis -5 LW in Stufen von 1/2 oder 1/3 eingestellt werden kann. Auch eine Reihenaufnahme für Belichtung und Weißabgleich ist vorhanden, die 3 Bilder mit bis zu ±3 Blenden in 1/2 oder 1/3 Stufen aufnimmt.

Belichtungsausgleich Automatische Belichtungsreihe
3 frames at up to 3 stops apart

Bildserie (5,22)

In der Serienbildaufnahme mit High-Speed haben wir 5,2 Bilder pro Sekunde (fps) aufnehmen können, nur ein klein bisschen weniger als Canon angegeben hat (5,3 fps). Das ist eine gute Geschwindigkeit, trotzdem langsamer als die 7,49 fps des teureren Modells, der Canon 7D. Wir haben festgestellt, dass die Kamera nach 40 Bildern sehr viel langsamer geworden ist (wir haben die Kamera mit der SDHC Karte Lexar Professional mit 4GB getestet), da die Daten auf die Speicherkarte übertragen werden mussten. Das sind aber sehr viele Fotos und dauert etwa 7 Sekunden – das sollte für die meisten Aufnahmegegebenheiten reichen. Im Sucher wird die maximale Aufnahmerate für die gegebenen Einstellungen ebenfalls, durch eine kleine Nummer auf der rechten Seite, angegeben.

Insgesamt ist die 60D etwas langsamer als die Vergleichskameras, nur die Samsung NX10 ist langsamer.

Zeitvergleich Bilderserie

Reihenaufnahmen (7,5)

Die 60D bietet zwei Einstellungen für Reihenaufnahmen: Ein High-Speed Modus der etwa 5,3 Bilder pro Sekunde aufnimmt und einen langsameren Modus, der etwa 3 Bilder pro Sekunde aufnimmt.

Mit einer Taste direkt unter dem Objektivanschluss wird die Schärfentiefenvorschau eingeschaltet. Das Objektiv wird dabei auf die ausgewählte Blende eingestellt. Die Platzierung der Taste ist ungünstig da man um das Objektiv herum fassen muss um sie zu drücken.

An Messmethoden hat die 60D die übliche Auswahl:

Einstellungsmöglichkeiten Messmethoden
Mehrfeldmessung

Misst die gesamte Szene und wählt die beste Belichtung, entsprechend der Aufnahmesituation

Selektivmessung

Misst über 9% der Mitte des Bildes.

Spotmessung

Misst nur die Mitte des Bildes, ca. 4 % des Sucherbildfelds.

Mittenbetonte Integralmessung

Gemessen wird in einem größeren, zentralen Bereich.

Die Verschlusszeiten der 60D reichen von 1/8000 einer Sekunde bis zu 30 Sekunde. Lange Verschlusszeiten können mit dem Bulb-Modus eingestellt werden, der den Verschluss so lange offen hält, wie der Auslöser gedrückt wird.

Verschlusszeiten
30-1/8.000 s (1/2 oder 1/3 Stufen), Bulb

Der Selbstauslöser kann auf eine Verzögerung von 2 oder 10 Sekunden eingestellt werden und ist mit Canons verkabelter Fernsteuerung (RS-60E3) kompatibel. Es gibt keine Gesichts- oder Lächelerkennung, wie sie oft in Kompaktkameras zu finden sind.

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